Minimalismus leben in der kleinen Wohnung

PC-Ventilatoren unter der Heizung montieren und Heizkosten sparen


An dieser Stelle soll ein kleiner „Life-Hack“ folgen, also eine eher ungewöhnliche Lösung für ein Alltagsproblem: Es geht darum, einen Raum möglichst schnell warm zu bekommen, indem man die Luftumwälzung erhöht und indem so die warme Heizungsluft schneller verteilt werden kann. Man installiert hierzu einfach kleine PC-Lüfter unter den Heizkörper und verbessert so die Heizleistung.

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Wer in in einer eher kleinen Wohnung lebt, wird weniger Probleme damit haben, diese im Winter mittels den Heizkörpern warm zu bekommen als es dies bei großen (und hohen) Räumen der Fall ist. Gemächlich wird ja die kühle Raumluft innerhalb der Rippen der Heizkörper erwärmt und steigt automatisch nach oben bzw. verteilt sich im Raum. Dennoch wollte ich diesen Vorgang auch in meiner Kompaktwohnung beschleunigen: Ich installierte mir einfach ein selbst gebautes Heizungsgebläse – ein aktiver Verstärker sozusagen – zum Heizkosten-Sparen, welches fast unsichtbar ist bzw. kaum auffällt. Die Heizleistung kann sich dadurch erhöhen:

ein selbst gebautes Heizgebläse

Hier auf diesem Foto sieht man meine Konstruktion: Ich nahm herkömmliche Ventilatoren, die eigentlich dazu gedacht sind, innerhalb von PCs eben jene kühl zu halten. Sie sorgen für einen Luftaustausch. Diese Lüfter gibt es ab ca. 3 € das Stück im Zubehörhandel.
An diese Mini-Ventilatoren klebte ich mittels einer Heizklebepistole kleine Magnete (sogenannte „Neodymmagnete„). Diese Winzlinge haben eine enorme Haftkraft und sorgen dafür, dass man die Gebläse mit einem „Klack“ einfach unten an den Heizkörper befestigen kann. Bei mir kommen drei dieser Ventilatoren zum Einsatz. Das reicht. Sie mussten jedoch noch verdrahtet werden. Hierzu gleich mehr. Weiterhin werden sie über ein Steckernetzteil mit Strom versorgt. Dies erkläre ich gleich auch noch etwas genauer.

Solche Geräte gibt es auch schon fertig im Handel mit eingebautem Thermostat (automatisches An- bzw. Ausschalten). Dort werden sie u. a. als Heizkörperverstärker geführt (Amazon). Wer Geschick und Zeit fürs Basteln aufbringt, kann so etwas aber auch selber bauen.

Alle Komponenten kosten geschätzt zusammen so um die 25 €. Unten gibt es eine Liste mit allen Materialien. Einiges hatte ich allerdings schon da, so dass ich hier keine genaue Kostenkalkulation für mein selbst gebautes Heizungsgebläse angeben kann. Diese 25 € müssen natürlich auch erst einmal verheizt werden. So günstig ist die Lösung nun auch wieder nicht. Ab einer bestimmten Zeit werden sie sich jedoch sicherlich amortisiert haben und dann kann man (vermutlich) Kosten sparen. Schneller warm wird der Raum aber von Anfang an.

Einen Vorteil hat solch ein Heizkörperverstärker ohne Frage: Ein (kühler) Raum wird so viel schneller aufgeheizt. Schauen Sie sich die folgende Tabelle mit meinen eigenen Messwerten an:

Test-Vergleich mit und ohne solch einem Aufsatz

Bevor es mit dem Aufbau des Heizkörperverstärkers los geht, möchten Sie vielleicht wissen, ob sich solch ein Aufsatz unter der Heizung überhaupt lohnt. Hierzu hatte ich nach der Installation einen Test gemacht. Ich heizte hierfür in der gleichen Zeit je zweimal ein kleines Zimmer auf und maß mit einem digitalen Thermometer nach ganz bestimmten Zeiten die Temperaturdifferenz. Die Starttemperatur betrug jeweils 19,5 °C. Die Temperatur der Heizung selbst war bei Beginn der beiden Messungen gleich (ca. handwarm). Das digitale Thermometer bzw. dessen Messfühler war ca. drei Meter vom Heizkörper installiert – und zwar auf Schulterhöhe. Das Thermostat war auf 3 (mittlere Stufe) eingestellt. Ich achtete darauf, dass jeweils immer die Türen geschlossen waren. Nichts sollte den Test verfälschen.

Start bei 19,5 °Cohne Lüftermit LüfterAnmerkung
nach 7 Minuten20,9 °C22,0 °C

Bei 7 Minuten ist bereits eine höhere Wärme dank des „Boosters“ zu verspüren. Hier dreht er sich aber erst seit ca. 5 Minuten, denn die Heizung muss ja erst einmal warm werden.

nach 9 Minuten21,4 °C23,0 °C

Bei 9 Minuten erreicht die Heizung mit Gebläse bereits den Wert (23 °C) wie ohne Lüfter bei erst 25 Minuten.

nach 15 Minuten22,2 °C24,2 °C

Bei 15 Minuten ist der Peak mittels Heizungsventilator erreicht: Ich messe mit dem Gebläse max. 24,2 °C. Das ging schnell!

nach 21 Minuten22,9 °C23,6 °C

Hier gehen die Lüfter automatisch aus (Ich nutze jetzt ein elektrisches Schalt-Thermostat). D. h. heißes Wasser strömt nun seit ca. drei Minuten nicht mehr in den Heizkörper.

nach 25 Minuten23,0 °C22,9 °C

Erst bei 25 Minuten wird ohne Heizungsaufsatz der maximale Temperaturwert im Raum erreicht. Und dieser ist um über ein Grad Celsius geringer als mit Gebläse.

nach 30 Minuten22,8 °C22,4 °C

Nach einer halben Stunde fallen die Temperaturwerte wieder.

nach 35 Minuten22,5 °C22,0 °C

Die warme Luft, die weniger im Raum verteilt wurde, hält sich in der Mitte des Zimmers etwas länger (warm).

nach 70 Minuten21,0 „C21,0 °C

In meinem Raum geht das Heizungsthermostat nach 70 Minuten wieder an, d. h. heißes Wasser strömt nun wieder in den Heißkörper und die Ventilatoren beginnen sich gleich wieder zu drehen.

Der Test war bei mir durchaus erfolgreich: Nach bereits 15 Minuten konnte ich einen Temperaturgewinn gegenüber der herkömmlichen Lösung in der Mitte des Zimmers von zwei Grad Celsius messen! Das ist bei der kurzen Zeit schon nicht ohne. Einen Wärmeunterschied von zwei Grad Celsius nimmt der menschliche Körper ja durchaus schon wahr.

ein digitales Bratenthermometer

Gemessen hatte ich die jeweiligen Werte mit solch einem digitalen Thermometer, ein „Bratenthermometer“. Dieses ist etwas träge, dennoch sehr genau und es zeigt die Temperatur auf die Nachkommastelle genau an.

Die warme Luft wird also effizienter vom Heizkörper abgeführt und dem Raum zugeführt (wo sie ja auch hin soll).

Ob man mit solch einem Aufsatz tatsächlich Geld fürs Heizen spart? Es hängt wohl sehr von der Raumnutzung ab: Wenn Sie sich ohnehin in der Nähe der Heizung aufhalten, ist es sicherlich unnötig. Benötigen Sie die warme Luft jedoch auch weiter in den hinteren Bereichen des Raumes, müsste theoretisch weniger geheizt werden, da ja nun weniger Wärmeenergie aufgebracht werden muss, um auch in die hinteren Zimmerbereiche / Wohnungsbereiche aufheizen zu können → Bevor sich die Luft abkühlen konnte, ist sie schon weiter hinten angelangt. Dafür ist es weiter vorne eben etwas „kühler“. Man erhält somit also ein ausgewogeneres „Wärmebild“, was die Ausbreitung anbelangt. Die abgegebene Wärme staut sich so auch viel weniger: Insbesondere wenn Sie Möbel vor dem Heizkörper stehen haben, ist somit ein Vorteil gegeben. Die Tabelle mit meinen Tests lässt sich natürlich nur sehr grob auf andere Räume übertragen. Meine Erfahrungen beziehen sich auf einen sehr kleinen Raum von ca. 15,5 m² und einer Raumhöhe von ca. 2,6 Meter. Außerdem sind moderne bzw. gut isolierte Fenster (aber eine Balkontür) vorhanden. Die aufgwärmte (bzw. verteilte) Luft hält sich hier daheim relativ lange warm. Erst nach ca. 40 Minuten ohne (Auf-) Heizen begann das Thermostat wieder heißes Wasser in den Heizkörper zu lassen. Dies geschieht bei mir bei Stufe 3 bei ca. 21 °C Raumtemperatur bzw. bei der Unterschreitung dieses Wertes.

Was wird für das selbst gebaute Heizungsgebläse benötigt?

mehrere PC-Lüfter

Das wichtigste sind natürlich die PC-Lüfter. Diese gibt es in verschiedenen Größen. Da meine Heizung relativ tief ist, wählte ich jene der größeren Sorte: 120 mm. Es gibt diese Ventilatoren jedoch auch in kleineren Formaten (140 mm, 92 mm, 80 mm usw.).
Wählen Sie hier am besten den größten Lüfter, der die Tiefe Ihrer Heizung noch nicht überragt. So werden Sie den besten Kompromiss aus Lüfterleistung bzw. Luftumwälzung und Stromaufnahme haben und dementsprechend an den Heizkosten sparen. Denn freilich benötigen die Ventilatoren auch Strom. Doch dazu (und in welchem Verhältnis er zum Wärmegewinn steht) schreibe ich etwas weiter unten in dieser Anleitung.

Weiterhin benötigen Sie für den Betrieb dieser CPU-Lüfter (CPU = Prozessor im Computer, für dessen Kühlung sie eigentlich gedacht sind) ein Netzgerät. Idealerweise nehmen Sie hier ein einfaches Steckernetzteil. Diese gibt es mit verschiedenen Ausgangsspannungen (Volt) und mit verschiedenen Stromstärken (Ampere). Diese Angaben sind sehr wichtig für den korrekten Betrieb der PC-Ventilatoren für die Reduzierung der Heizkosten und es soll sogleich auch darauf näher eingegangen werden.

Weiterhin wäre es sinnvoll, wenn Sie einige der besagten Neodym-Magnete besitzen. Damit lassen sich die Gebläse gar herrlich bzw. äußerst elegant am Heizkörper befestigen. Unten in diesem Artikel gibt es eine Liste mit allen hierfür nötigen Zubehörteilen mit Bezugsquelle. Natürlich können Sie zum Test zunächst auch eine provisorische Befestigungsmöglichkeit wählen (zur Not mit Klebeband).

Ich selbst schwöre bei derlei elektronischer Basteleien auf sogenannte „Schrumpfschläuche„. Dies sind dünne Gummischläuche, die man einfach über zusammen gelötete Kabel stülpt. Nun hält man ein Feuerzeug darunter und die Schrumpfschläuche ziehen sich zusammen (sie schrumpfen in ihrem Durchmesser). Als Jungspunt bastelte der Autor bereits fröhlich mit Glühlämplein, Batterien und dergleichen. Damals hatte er keine der schönen Schrumpfschläuche zur Verfügung: Etwas Isolierband tat es auch. Es sieht halt nicht so schön aus. Jedoch: Die Verkabelung bekommt man später eh nicht zu sehen, da sie ja hinter der Heizung verschwinden wird.

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Zuletzt wäre es sinnvoll, wenn Sie noch etwas Litze (also zweipoliges, isoliertes Kabel) übrig haben, damit Sie die einzelnen PC-Ventilatoren genügend weit voneinander getrennt positionieren können. Dies ergibt bei einer kontinuierlichen Wärmeströmung Sinn.
Wenn Sie jedoch nur für den Anlauf der Heizung die Luft mittels Lüfter zirkulieren lassen wollen, reicht es, wenn die drei Ventilatoren des Heizkörperverstärkers eng beieinander dort positioniert werden, wo es als erstes warm wird – Bei mir ist es die Seite, wo auch das Thermostat sitzt*. Ansonsten blasen die weiter entfernten Lüfter zunächst nur kalte Luft in den Raum!

* Im Nachhinein hat sich am Anfang der winterlichen Heizperiode heraus gestellt, dass die Heizung nur deswegen zuerst an der Seite des Thermostats warm geworden ist, weil sie noch nicht korrekt entlüftet war. Korrekt entlüftete Heizsysteme heizen sofort recht gleichmäßig über die gesamte Breite des Heizungskörpers.

In meiner kleinen Wohnung heize ich oft nämlich etwas anders, als es vielerorts empfohlen wird: Ich betreibe sozusagen eine Art „Stoßheizen“. Für kleine (gut isolierte) Räume reicht es mir, wenn sie kurze Zeit aufgeheizt werden. Danach hält sich die Wärme über eine lange Zeit darin. Für einen Turbomodus dieses „Stoßheizen“ kommen bei mir eben diese drei Gebläse unterhalb der Heizung zum Einsatz. Und hierfür sollten die kleinen CPU-Lüfter genau dort sitzen, wo der Heizkörper als erstes heiß wird. Auf dem Foto ganz oben sind sie verteilt angebracht (ideal für eine längere [beschleunigte] Luftzirkulation). Dank der Magnete kann man die Ventilatoren aber sehr einfach verschieben.

Das nötige Werkzeug

Sie benötigen zur Montage des Heizungsaufsatzes natürlich etwas Werkzeug:

ein Saitenschneider und eine Kombizange

Zum Kürzen der Kabel bzw. zum Abtrennen der Stecker an den Lüftern benötigen Sie einen Seitenschneider oder eine Kombizange. Zur Not nehmen Sie hierfür einfach eine Schere.

eine Heißklebepistole

Um die kleinen Magnete auf das Gehäuse der CPU-Lüfter zu kleben, empfiehlt sich solch eine simple Heißklebepistole. Sie gibt es bereits für wenige Euro im Kaufhaus oder in den „Billigläden“.

das ist ein Lötkolben

Sie werden mehrere Kabel zusammen führen müssen. Idealerweise verlöten Sie diese! Ein kleiner Lötkolben, etwas Lötzinn und etwas Lötfett wäre hier sinnvoll, wenn die Konstruktion sauber sein soll. Oder Sie nutzen die kleinen „Lüsterklemmen“ zum Verbinden. Sie können die Drähte jedoch auch einfach verdrillen. Wir bewegen uns hier ja im Niedrigspannungsbereich.

Das Netzgerät

Die Gebläse wollen mit Strom versorgt werden. Hierzu nehmen wir ein Netzgerät. Doch welche eignet sich dazu? Die PC-Lüfter benötigen eine bestimmte Spannung. Bei den meinigen beträgt diese 12 Volt. Also muss das Netzteil eine Ausgangspannung von 12 Volt besitzen, damit die volle Leistung der Mini-Ventilatoren erreicht werden kann. Sie laufen jedoch auch mit z. B. 9 Volt! Dann drehen sie sich jedoch etwas langsamer (sind daher aber auch leiser).

Idealerweise nehmen Sie ein Steckernetzteil, bei welchem man die Spannung regeln kann! Denn damit können Sie die Drehzahl der Lüfter steuern. Somit stellen Sie deren Wirkungsgrad ein und stimmen gleichzeitig die damit einhergehende Geräuschentwicklung ab.

Sollten Sie jedoch zusätzlich einen Temperaturschalter einbauen, ist darauf zu achten, dass die Spannung nicht allzu sehr herab gesenkt wird, wenn dieses elektronische Thermostat ebenfalls am Netzteil hängt. Es kann bei einer zu niedrigen Spannung nicht mehr schalten.

Ich selbst hatte mir beim Trödler ein altes, stärkeres 12-Volt-Steckernetzteil besorgt. Da ich ja in der Mini-Wohnung öfters „stoßheize“, laufen die Lüfter somit für eine kurze Zeit auf voller Leistung. Wenn Sie mit solche einem Aufsatz kontinuierlich einen größeren Raum mit Wärme versorgen möchten (wie es ja empfohlen wird), wäre es in puncto Stromsparen besser, wenn mehrere Lüfter unterhalb des Heizkörpers stets mit einer geringeren Spannung (z. B. 9 Volt) laufen. Sie sind dann auch leiser bzw. kaum hörbar. Bei 12 Volt summen meine schon recht ordentlich*. Mit einem regelbaren Universalnetzteil können Sie hier variieren.

* Allerdings nutze ich derzeit noch die billigsten PC-Lüfter, die ich in der Größe bekommen konnte. Jetzt merke ich: Aufgrund einer geringeren Geräuschentwicklung (und einem geringeren Energieverbrauch) hätte ich hier nicht so geizig sein sollen.

Jetzt gibt es aber noch einen weiteren, durchaus wichtigen Punkt zu beachten – Die Lüfter haben einen gewissen Leistungsanspruch: Sie möchten eine bestimmte Stromstärke zugeteilt bekommen! Schauen wir uns noch einmal einen dieser CPU-Ventilatoren genauer an:

ein CPU-Ventilator für den PC

Zunächst ist dort die maximal nötige Spannung verzeichnet (hier eben die besagten 12 Volt [V]). Diese Spannung kann auch geringer sein (dann drehen sie sich langsamer bzw. leiser). Manche Lüfter springen ab einer bestimmten, niedrigeren Spannung jedoch nicht mehr an. Weiterhin steht auf diesem Gerät noch „0,36 A“. Dies ist der wichtigere Wert. Denn dieser PC-Ventilator wird eine elektrische Arbeit verrichten, für welche er eben diese 0,36 A (Amperre) Stromstärke zieht. Will sagen: Das Netzgerät muss mindestens diese bereit stellen können! Steht auf dem Netzteil zwar 12 Volt drauf, jedoch nur z. B. 200 mA (0,2 A), dann ist die Leistung dieses Netzadapters zu schwach. Es wird dann überlastet!

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Und: Die Leistungsaufnahme summiert sich bei mehreren angeschlossenen Lüftern, wenn diese so verdrahtet werden, wie ich es in dieser Anleitung gleich demonstrieren werde („Parallelschaltung“). Da ich in meinem Fall gleich drei Lüfter à 0,36 A zusammen schalte, ergibt sich daraus eine Stromstärke von ca. 1,1 Ampere! Das ist schon nicht ohne und das Netzteil sollte diese also mindestens liefern können.

Ist das Netzteil zu schwach, kann es überlastet werden. Vermutlich wird es sich dann irgendwann abschalten. Im schlimmsten Fall fängt es an zu brennen. Weiterhin werden sich die Ventilatoren nicht wie gewünscht schnell genug drehen.

Errechnen Sie also einfach die Summe der jeweiligen Stromstärken, der einzelnen PC-Lüfter und vergleichen Sie diesen Wert mit dem auf dem Transformator aufgedruckten. Obacht: Bei Trafos, die man regeln kann, steht bisweilen neben jeder Spannung eine andere maximal zur Verfügung stehende Stromstärke. Bei 12 Volt wird diese dann geringer angegeben sein als bei 9 Volt usw.

Bauanleitung: Die Lüfter verkabeln

Nach so viel Vorbereitung soll es endlich zum Kern der Anleitung kommen, wie man mehrere PC-Lüfter als „Heizungs-Booster“ zusammen verkabelt und an das Netzteil anschließt:

Anschließen eines Netzteils an Ventilatoren

So schaut das Grundprinzip aus. Folgendes müssen Sie als erstes tun:

  1. Sie entfernen zunächst mit dem Saitenschneider die Stecker an den Lüftern.
  2. Entfernen Sie ggf. auch den Stecker, der am Netzteil befestigt ist. Den benötigen Sie hier nicht.

Wahrscheinlich haben Sie sich gefragt, wozu das dritte, gelbe Kabel gut ist. Dieses dient zur Geschwindigkeitssteuerung, wenn man solche Ventilatoren tatsächlich in einem PC betreibt. Dieser kann sie regeln. Wir können dies hier so ohne weiteres nicht und daher kann auf das gelbe Kabel verzichtet werden. Ich werde es später etwas kürzen und in einem Schrumpfschlauch verschwinden lassen.

  1. Nun isolieren Sie alle noch verfügbaren Kabelenden ab (geht auch sehr gut mit dem Seitenschneider) und verdrillen Sie die Zuleitungen der Lüfter: jeweils rot an rot (an rot, …) und jeweils schwarz an schwarz (an schwarz, …).
  2. Als letztes verdrillen Sie die beiden Kabelenden des Netzgerätes, wie auf dem obigen Bild ersichtlich. Obacht: Hier müssen Sie zwingend darauf achten, dass Plus an Plus (rot) kommt und Minus an Minus (schwarz). Ist dies anhand des Kabels vom Netzteil nicht ersichtlich, müssen Sie ausprobieren, in welcher Position sich die Lüfter beim Einstecken in eine Steckdose drehen werden. Dieser Test sollte jedoch nur ganz kurz erfolgen, um die Geräte bei falscher Polarität nicht zu beschädigen.

Jetzt steht der Heizkörperverstärker und ist theoretisch einsatzbereit. Natürlich ist das Konstrukt aber noch nicht fertig! Sie sollten die Kabel idealerweise verlöten und einzeln mittels dünnen Schrumpfschläuchen isolieren. Zuvor stülpen Sie dickere Schrumpfschläuche über die Kabel, um sie galant bündeln zu können. Wahrscheinlich wird mit den zur Verfügung stehenden Kabeln nicht der nötige Mindestabstand der einzelnen Lüfter zueinander gewährleistet werden können. Daher habe ich bei meinem Heizungsgebläse die Litzen noch verlängert. Ich nahm hierzu einfaches, dünneres Lautsprecherkabel aus dem Handel. Natürlich wurde auch dieses sauber verlötet und penibel isoliert!

So schaut mein selbst gebautes Heizungsgebläse dann aus, bevor ich es unter den Heizkörper befestige:

ein Heizungslüfter selber gebaut

Wie Sie sehen, verschwinden alle Lötstellen in Schrumpfschläuchen. Diese dünnen Gummischläuche werden vor dem Verlöten über die Kabel gezogen und danach mit einer Wärmequelle (Feuerzeug) kurz erhitzt. Dadurch schrumpfen sie bzw. schmiegen sich ganz eng um die Kabel. Weiterhin können Sie auf diesem Foto die Neodymmagnete sehen, welche ich in den nötigen Positionen einfach mit der Heißklebepistole auf die Lüftergehäuse fixierte. (Tipp: Wenn das Gehäuse der Ventilatoren [Chassis] dünn ist, ruhig einen dicken Kecks Klebstoff auftragen und die Neodym-Magnete nicht zu fest aufdrücken. Sie brauchen viel Fläche unter sich.) Fertig ist mein selbst gebauter Heizkörperverstärker! Mit einem Klack setze ich diesen Aufsatz an die Heizung an und stecke das Schaltnetzteil in eine Steckdose, welche sich natürlich in der Nähe befinden muss:

Steckdosenleiste für das Heizungsgebläse

Ich nutze hier eine Steckdosenleiste mit einzeln schaltbaren Dosen. So kann ich beim Heizen das Gebläse je nach Bedarf hinzuschalten und muss nicht immer den Trafo ein- bzw. ausstecken.

Steckdosenschalter

Es gibt auch Zwischenstücke für normale Steckdosen, um das angeschlossene Gerät mittels Kippschalter sicher vom Strom zu trennen.

Sie können jedoch gleichermaßen auch einen kleinen Kippschalter (gibt es im Elektrohandel) zwischen die Zuleitung einbauen. Das sind diese Schalter, die auch an z. B. Nachttischlampen dran sind. Dann bleibt das Steckernetzteil stets in der Steckdose. So etwas versuche ich jedoch aufgrund eines (zwar minimalen) Standbystromes und einer gewissen Sicherheit zu vermeiden – insbesondere wenn man eben diese günstigen „China-Netzteile“ benutzt.

Automatische Steuerung: Ein elektrisches Thermostat zwischen schalten

Wenn Sie etwas erweiterte Kenntnisse in puncto Elektro-Bastelei besitzen, dann wäre es sehr interessant, zusätzlich noch ein elektrisches Thermostat in den Schaltkreis einzubauen. Durch einen solchen Termperaturschalter müssen Sie nicht ständig neben der Heizung hocken und warten, bis der Heizkörper heizt. Nein, das Thermostat schaltet dann den „Heizungs-Booster“ automatisch an, wenn es Hitze wahr nimmt – und deaktiviert ihn bei Nichtaktivität der Heizung wieder. So sieht solch ein Bauteil aus:

ein elektrischer Temperaturschalter von Kemo

Ich nutze den „M169 Temperaturschalter“ der Firma Kemo. Das Funktionsprinzip ist schnell erklärt: Die beiden rechten Kabel werden mit dem 12V-Netzgerät verbunden. Auf dem Foto sehen Sie ganz rechts einen (mitgelierferten) Temperaturwiderstand. Das ist der „Messfühler“. Er kann zum Test einfach in die graue Buchse ganz oben eingeschraubt werden (später verlängert man ihn mit einem Kabel). Nun kann man diesen Messfühler einmal zwischen die Finger nehmen und somit leicht erwärmen. Dreht man mit einem feinen Schraubendreher am Drehpoti (Mitte auf dem Kemo Thermostat), dann sollte es „Klick“ machen und die kleine Lampe wird brennen. Lässt man den Temperatur-Widerstand wieder los, so wird er rasch wieder etwas abkühlen und es wird wieder „Klick“ machen: Das Thermostat hat (aufgrund der Kühle) wieder abgeschaltet.

Hierbei wird natürlich ein integriertes Relais geschaltet. Und hierzu sind die drei linken Kabel wichtig. Für unseren Zweck ist das ganz rechte Kabel dieses „Tripels“ nicht relevant. Bleiben zwei übrig. Jetzt geht es an den Anschluss des Boosters:

Der Minuspol der Lüfter-Kombination wird ebenfalls mit dem Minuspol des Netzgerätes verbunden (wie gehabt). Das mittlere Kabel des Tripels vom Kemo-Temperaturschalter wird auch mit dem Pluspol des Netzgerätes verbunden. Der Minuspol der Ventilatorengruppe wird mit dem ganz linken Kabel verbunden. Fertig: Ist eine bestimmte Temperatur erreicht, wird sich das integrierte Relais regen und den Stromkreis für den Heizungsbooster schließen – Die Ventilatoren werden angehen.
Ich nutze hier für die Verkabelung einfach simple Lüsterklemmen aus dem Baumarkt.

Richtige Position des Messfühlers

Hinweis: Man sollte den Temperatursensor natürlich an ein längeres Kabel löten (max. ein Meter) und diesen Messfühler im / am Heizkörper befestigen.

Doch: Mein Kemo-Temperaturschalter ist eigentlich nicht ganz ideal für das automatische Zuschalten mehrerer Lüfter unter der Heizung. Warum? Weil er nur einen einzigen Drehregler zur Anpassung der Schaltschwelle hat. Ist diese Schwelle erreicht (z. B. 40 °C) dann schaltet der Messfühler das Relais des elektrischen Thermostats scharf und die Ventilatoren beginnen sich zu drehen. Alles fein und gut. So soll es sein.
Allein: Die Lüfter kühlen den Heizkörper ja gleich ab. Und dies registriert der Messfühler natürlich. Die Schwelle wird somit wieder schnell unterschritten und der Heizkörper-Booster wird viel zu schnell abgeschaltet! Daher besitzen einige Thermostate zwei Regler: Am zweiten stellt man ein, wie weit die Temperatur sinken darf, bis das integrierte Relais wieder abgeschaltet wird. Dies ist sinnvoller für den Einsatz. Dummerweise habe ich hierzu nur rein digitale Thermostate gefunden. Hier stellt man die beiden Schwellen mittels Tippschaltern ein. Doch ich möchte die ganze Installation nachts komplett vom Stromnetz trennen können (via Schaltsteckdose). Ich mag es nicht, wenn Steckernetzgeräte aktiv sind, wenn ich schlafe. Nun vermute ich, dass die zuvor eingegebenen Werte dadurch wieder gelöscht werden, was natürlich sehr unbequem wäre: Denn dann müsste ich das Thermostat jeden Morgen wieder neu programmieren. Doch mit der einfachen „analogen“ Lösung mit dem Kemo-Temperaturschalter geht es auch, und zwar so:

ein elektrisches Thermostat

Ich habe den Messfühler (mit Kabelverlängerung) einfach direkt am Thermostat angebracht. Dort wird er durch die Ventilatoren nicht gekühlt. Er realisiert, wenn (immer gleich) heißes Wasser in die Heizung strömt und schaltet dann den Temperaturschalter ein. Sogleich springen die PC-Lüfter unter der Heizung an. Unterbricht das normale Drehthermostat (das ist der Knauf mit den Nummern 1 bis 5) den Zufluss an heißem Wasser automatisch* bzw. schließt es das Ventil, kühlt diese Stelle alsbald wieder ab: Das elektrische Thermostat reagiert entsprechend und schaltet mir auch meinen Heizungsaufsatz wieder aus.

* Das Heizungsthermostat kann das Ventil automatisch schließen bzw. öffnen, da hier eine Flüssigkeit integriert ist, die sich je nach Temperatur ausdehnt bzw. zusammen zieht.

Wie Sie vielleicht auf dem Foto erkennen, kann man den kleinen Messfühler einfach mit einem Stückchen Kunststoff (z. B. von einer Kunststoffflasche) am Heizungsrohr fest klemmen. Diesen winzigen Temperaturwiderstand hatte ich natürlich ordentlich verlötet und mit den oben bereits angesprochenen Schrumpfschläuchen isoliert – und mechanisch verstärkt. So brauche ich auch keine Angst haben, dass mir hier vielleicht gar ein Beinchen abbricht.

Wichtig ist nun nur noch das Einstellen der korrekten Schaltschwelle: Warten Sie zunächst, bis sich der Heizkörper (Wasser läuft) ganz leicht erwärmt hat. Nun drehen Sie mit einem kleinen Schraubendreher ganz langsam und behutsam am Drehpoti, bis die Lüfter des Heizkörperverstärkers anspringen (bei mir steht der Drehschalter [beim Kemo] ca. auf Position 5).

Bei mir daheim funktioniert dies tatsächlich gut: Das integrierte Relais schaltet meinen Heizungsbooster erst dann ab, wenn der ganze Heizkörper nur noch recht lauwarm ist (der Heizkörperverstärker könnte etwas länger laufen, aber so ist es schon in Ordnung). Voraussetzung: Das Heizwasser sollte zunächst immer die gleiche Mindesttemperatur haben (damit das Modul aktiv werden kann).

Ein Problem hatte ich aber zunächst mit meinem Temperaturschalter von Kemo: Beim Abschalten schnatterte und summte das Gerät über mehrere Sekunden lang wie eine wild gewordene Ente! Abhilfe schafften hier zwei Dioden (das sind solche Centartikel), die ich in Reihe schaltete bzw. am Pluspol des elektrischen Thermostates zwischen dem Trafo schaltete. So wurde die Eingangsspannung um ca. 1,5 Volt reduziert. Warum dies half? Ich weiß es nicht. Der Hersteller Kemo gibt doch an, dass das Relais bis zu 15 Volt schalten kann. Lediglich ein ganz kurzes Summen (ssrrp) deutet nun das Ein- bzw. Abschalten der Lüftergruppe akustisch an. Wunderbar!

Hinweis: Solch ein elektrisches Thermostat mit Messfühler muss natürlich permanent aktiv sein (und dabei einen gewissen Standbystrom verbrauchen) bzw. auf die richtige Temperatur warten. Wie viel Strom verbraucht es (bzw. das Stecker-Netzteil) dabei? Es sind ca. 1,6 Watt. Dies hatte ich mit meinem Strommessgerät nachgemessen. Dieser Wert ist so gering, dass er – was die Stromrechnung anbelangt – überhaupt nicht ins Gewicht fällt.

Teileliste für den Selbstbau

Folgende Dinge benötigen Sie für den Selbstbau eines solchen einfachen Heizungsgebläses:

Als Werkzeug sollte ein kleines Lötkolben-Set (Amazon) vorhanden sein. Dies ist hier jedoch nicht unbedingt nötig – Erst recht nicht, wenn Sie diese Konstruktion zum Test nur provisorisch aufbauen möchten. Zur Not verdrillt man die Kabel einfach oder nutzt eben Lüsterklemmen.

Kann ich mit dem Gebläse Heizkosten sparen?

Zugegeben: Ich kann es konkret nicht beantworten. Was aber durch solch einen Heizungsaufsatz realisiert wird, ist eine Erhöhung der Luftumwälzung im Raum: Die innerhalb des Heizkörpers erwärmte Luft wird durch die Ventilatoren viel schneller im Raum verteilt. Jener erwärmt sich fühlbar rascher – insbesondere in den hinteren Bereichen.

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Solch ein Heizungsgebläse ist also für große Räume geeignet. In meiner Kompaktwohnung spüre ich den Unterschied zur natürlichen Luftzirkulation (warme Luft steigt auf natürliche Weise nach oben und verteilt sich) weniger als bei größeren Räumen, die beheizt werden müssen. Ich schätze den Effekt aber dennoch, weil ich nachts zum Schlafen immer die Heizung ausgestellt habe. Vor dem zu Bett gehen öffne ich die Balkontür und lasse recht viel kalte Luft in den Raum. Kühle Luft ist zum Schlafen ja viel besser geeignet als warme (Heizungsluft). Morgens tue ich dann etwas, was gemeinhin nicht empfohlen wird: Ich heize den gesamten Raum wieder auf. Hierfür muss viel Heizenergie aufgebracht werden, da die Raumtemperatur ja nun recht gering ist. Dank der Lüfter meine ich, dass diese nun neu produzierte Wärme effizienter und schneller im Raum wirken kann. Sie steht weniger zwischen den Heizrillen herum, sondern wird sofort, besser abgegeben. Das ist ja das technische Prinzip eines Lüfters: Wärme abzutransportieren (hier hinein in die Wohnung). Idealerweise hat man noch einen Deckenventilator: Dieser „drückt“ die warme Luft (die sich ja droben, wo sie keiner benötigt, sammelt) wieder nach unten in den Wohnbereich. Dies könnte dann allerdings zu einer recht zügigen Angelegenheit werden.

Man kann den Effekt gut damit vergleichen, wenn man ohne warme Jacke draußen im Novemberwind steht: Dieser bläst die Körperwärme weg in den Raum (also in die Landschaft). Man selbst ist hier also die Heizung. Die Wärme wird durch Wind „abgetragen“ und verteilt sich anderswo – idealerweise natürlich gleichmäßig in einem Zimmer bzw. in Ihrer Wohnung.

Gerne lasse ich mich via Kommentarfunktion auch eines Besseren über den Sinn und Zweck einer solchen Konstruktion belehren. Zumindest in puncto Zeit ist hier eine Ersparnis gegeben, was ich mit meinen Messungen bzw. mit den Ergebnissen gut belegen kann.

Stromkosten

Wenn Heizenergie gespart werden kann, muss man hierbei jedoch noch die nun auftretenden Stromkosten entgegen rechnen. Meine drei Ventilatoren arbeiten zusammen bei ca. 12 Watt, wenn sie sich bei 12 Volt auf „Höchstleistung“ drehen (die meisten Geräte im Handel verbrauchen viel weniger und sind leiser, wie ich feststellte – Hier war ich leider zu geizig). Eine elektrische Arbeit von 12 Watt ist, was die Stromkosten anbelangt, noch relativ gering. Ihr Fernseher wird viel mehr Strom verbrauchen. Regele ich mein Netzgerät auf 9 Volt herunter, leistet das Gebläse nunmehr nur noch ca. 7 Watt. Das bedeutet für das Portemonnaie eine zu vernachlässigende Summe an Stromkosten – Erst recht, wenn man die Heizungslüfter nur temporär betreibt. Zum Vergleich: Ein Internetrouter (der ja bei den meisten heute 24 Stunden in Betrieb ist) verbraucht ungefähr die selbe Menge an Strom. Woher ich das weiß? Ich hatte dies einmal alles mit einem Energiekosten-Messgerät nachgemessen.

Mit meinem Strommessgerät habe ich folgende Werte nachgemessen: Wenn sich die Lüfter nicht drehen, arbeitet das Netzgerät mit weniger als 1 Watt elektrischer Leistung. Der Stromverbrauch ist hier natürlich verschwindend gering.
Nun gehen die Ventilatoren an: Meine drei 12-Watt-Lüfter belasten das Steckernetzteil so, dass dieses nun Strom für eine elektrische Arbeit von ca. 13 Watt beisteuern muss. Das ist völlig in Ordnung! Vermutlich werden Sie noch energiesparendere Lüfter verwenden (und / oder diese nur bei 9 Volt betreiben). Meine 13 Watt sind schon die Obergrenze. Diese merkt man auf der Stromrechnung nicht, da die Ventilatoren ja nur dann an sein sollten, wenn die Heizung heizt.
Idealerweise schaltet man sie automatisch mit dem oben vorgestellten elektrischen Thermostat. Dieses belastet das Netzgerät aber auch: und zwar mit ca. 1,6 Watt als Standby-Strom. Auch dieser Wert ist sehr gering.

Weitere Tipps zu den Ventilatoren

Wie gesagt, ist bei mir in einem kleinen (und gut isolierten) Raum das Thermostat der Heizung meist auf „0“ eingestellt. Fröstelt es mir, stelle ich die Heizung auf ca. „2,5“ ein. Nun muss ich aber noch etwas warten, bis die Luft innerhalb des Heizkörpers erwärmt wird. Würde ich gleich die Ventilatoren hinzu schalten, würden diese zunächst ja lediglich die kalte Bodenluft in den Raum transportieren! Dank meiner nachträglich installierten Thermostatschaltung gelingt dies nun automatisch.
Weiterhin ist zu bedenken, dass sich die Geräte auch nicht zu schnell drehen sollten: Denn ansonsten würden sie die Luft früher „hinaus blasen“, bevor sich diese überhaupt erwärmen konnte.

Ich habe festgestellt, dass meine Heizung zunächst nur an einer ganz bestimmten Stelle heiß wird und der Rest noch kalt bleibt. Diese Stelle ist die Seite, wo das Thermostat sitzt (Nachtrag: Dies hat sich – dank Entlüftung – erübrigt). Also hatte ich später meine Gebläse etwas anders positioniert bzw. zusammen geschoben, was ja dank der Magnete und der langen Kabel leicht möglich ist. Nun sitzen die Lüfter genau dort, wo es als erstes warm wird. Würde ich jedoch über mehrere Stunden heizen, wäre eine gleichmäßige Verteilung der Ventilatoren-Aufsätze sicherlich sinnvoller, da ja dann bereits der gesamte Heizkörper Wärme produziert.

Automatisierung mittels Temperaturschalter

Wie Sie sehen, nutze ich hier zum Schalten zunächst eine ganz einfache Lösung: eine schaltbare Steckdosenleiste. Es ist durchaus auch möglich, die Lüfter automatisch erst dann einzuschalten, wenn eine gewisse Wärme (vom Heizkörper) realisiert wird (wie nun auch ausführlich beschrieben). Dies geht mit einem Temperaturschalter bzw. mit einem elektrischen Thermostat und einem Messfühler (siehe oben). Die Schalt-Empfindlichkeit („Schwelle“, je nach Temperatur) lässt sich bei so einem elektrischen Temperaturschalters ebenfalls nach Wunsch einstellen. Ganz so einfach ist diese Montage für einen Anfänger allerdings nicht. Eine weitere Möglichkeit wäre das Schalten mittels einem Raspberry Pi (einem Minicomputer) in Verbindung mit einem Relais und einem Temperatursensor. Doch dies bedarf erst Recht Kenntnisse in Elektronik und zudem in Programmierung. Ich kam hier mit meiner schaltbaren Steckdose auch gut zurecht, rüstete dann aber auf ein elektrisches Thermostat um, welches die Lüfter immer dann automatisch aktiviert, wenn die Heizung heizt. Wird kein heißes Wasser mehr in den Heizkörper abgegeben (das Dreh-Thermostat hat das Ventil geschlossen) gehen auch die Ventilatoren darunter automatisch aus. Perfekt!

Geräuschentwicklung minimieren

Ein Lüfter macht Geräusche. Befestigt man diesen auch noch an einen Resonanzkörper (Heizung), dann werden diese Geräusche wahrlich nicht leiser. Bei 12 Volt ist meine Dreier-Konstruktion gut hörbar! Läuft nebenbei Musik im Raum bei Zimmerlautstärke, dann hört man sie irgendwann nicht mehr (also nicht die Musik). Ob sich das leise Brummen und Summen auch auf die Heizung der Nachbarn auswirkt? Es hat sich jedenfalls noch niemand beschwert. Folgende zwei Möglichkeiten gibt es, den Geräuschpegel einzuschränken:

Beide Tipps kann man freilich auch kombinieren.

Staubprobleme

Die Ventilatoren unter dem Heizkörper nehmen die Luft unter ihnen und pusten sie nach oben. Hier wird ein Kamineffekt künstlich realisiert. Natürlich transportieren sie somit auch Staub! Ich sauge regelmäßig und wische Staub. Bei mir hat sich dieses Problem nicht als ein solches heraus gestellt. Ich kann keinen Unterschied zur natürlichen Luftzirkulation feststellen. Für sensible Allergiker dürfte solch ein Heizaufsatz allerdings durchaus für Bedenken sorgen. Das müsste man ausprobieren.

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Artikeldatum: 7.11.2018 / letzte Änderung: 12. April 2019

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eine Anmerkung bisher

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Der Autor (Thomas) ist durchaus auch ein Freund des Du und freut sich über Kommentare.



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