Minimalismus leben in der kleinen Wohnung

Wider das Kabelwirrwarr: Schaltbare Mehrfachsteckdose mit Wandbefestigung


In meiner kleinen Einzimmerwohnung habe ich nun doch relativ viel Technik stehen. Jedes Gerät benötigt freilich Strom aus der Steckdose. Sicherlich kann man die Kabel nehmen und ihnen irgendwie mit Verteilern die nötigen Strömlinge zukommen lassen. Dieses Wirrwar ist mir jedoch ein wahrer Graus. Es geht durchaus eleganter.

An meinem PC habe ich zwei Monitore angeschlossen. Allein dafür benötige ich drei freie Steckdosen. In der Nähe steht noch eine Schreibtischlampe, ein Minicomputer werkelt als Mediencenter, eine Anlage aus Verstärker, Plattenspieler und Tuner läuft, der Drucker ist angeschlossen, mein selbst gebautes Heizungsgebläse braucht hin und wieder etwas Strom und dann habe ich noch eine lange LED-Lichtleiste mit Netzteil gleich neben dem Schreibtisch installiert. Das sind nun schon recht viele Verbraucher. Manch einer macht sich hier keine Gedanken und legt die Kabel kreuz und quer umher. Dazwischen hängt dann eine Mehrfachsteckdose, die man vielleicht noch mit einem Schalter an und aus schalten kann.
Als Freund eines gewissen Minimalismus möchte ich derlei Dinge aber sehr sortiert wissen. Ich hasse verknotete Kabel und mehrere ineinander gesteckte Steckerleisten am Boden, zwischen denen sich der Hausstaub in Flusen sammelt. Zudem bin ich natürlich darauf bedacht, jeglichen unnötigen Standbyverbrauch der elektrischen Geräte zu unterbinden und setze daher auf einzeln schaltbare Steckdosen. Heute gibt es hierfür sogar WLAN-Steckdosenleisten, die man mit dem Handy bedienen kann. Doch derlei Firlefanz ist mir weniger wichtig als eine solide, sichere und einzeln schaltbare Mehrfachsteckdosenleiste, die man sicher montieren kann. Bei mir in der kleinen Wohnung sieht diese so aus:

Schraubbare Steckdosenleiste mit Wandhalterung

eine Mehrfachsteckdose mit Wandhalterung

Könnte man noch besser machen (leider sind einige Kabel zu kurz oder zu lang). Doch bereits so ist eine ordentliche Verkabelung gegeben.

Wichtig war mir hierbei eine schraubbare Lösung. Einige Steckdosenleisten besitzen hierzu seitlich kleine Löchlein, wodurch man sie recht einfach an die Wand schrauben kann. Hierdurch liegt die Verteilerdose nicht mehr auf dem Boden herum (jetzt kann man hier auch saugen) und man kann die Kabel ebenso schön akkurat verlegen.

Hinter einem Sofa oder einem Schrank ist dies sicherlich egal – Man sieht’s ja nicht. Bei mir befindet sich die Mehrfachsteckdose (eine recht günstige von Hama [Amazon]) jedoch relativ gut sichtbar im Raum und da kann sie dank der Wandhalterung schön aufgeräumt wirken. Wie Sie sehen, habe ich auch meine FritzBox (ein Internetmodem) nicht einfach auf dem Fußboden herum liegen. Natürlich hatte ich auch sie ordentlich an die Wand montiert!

NO NAME (FOREIGN BRAND) Halter FÜR STECKDOSENLEISTEN
NO NAME (FOREIGN BRAND) Halter FÜR STECKDOSENLEISTEN
von Green-Fix

Es gibt auch Montagehaken für herkömmliche Steckdosenleisten. Die Halter werden an die Wand geschraubt, die Verteilerdose wird fest eingeclipt.

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Preis zuletzt aktualisiert am 12. November 2019 um 5:10. Alle Angaben ohne Gewähr.

Kabel im Kabelkanal verbergen

Zudem installierte ich unterhalb der Steckdosenleiste einen parallel dazu ausgerichteten Kabelkanal. Die Stromkabel werden seitlich (von links und von rechts) hinein geführt. Unten feilte ich dann jeweils eine kleine Öffnung in das Plastik des Kabelkanals. Hier gelangen dann die Stecker nach außen und werden nun einfach oberhalb in die Mehrfachsteckdose gesteckt. Wunderbar! So sind die schwarzen Kabel kaum sichtbar und hängen nicht chaotisch nach unten herum.

Einzeln schaltbar

Wichtig war mir weiterhin, dass man jede Steckdose einzeln schalten kann! Hierzu befindet sich über jeder ein kleiner, rot leuchtender Knopf. Wenn ich abends den PC herunterfahre, trenne ich ihn sicherheitshalber mittels diesem Schalter vom Stromnetz.

PC mit zwei Monitoren

ein Raspberry Pi an die Wand schrauben

Wie Sie feststellen, bin ich wahrlich ein großer Freund von Wandmontagen. So schaffe ich in einer kleinen Wohnung Platz auf dem Boden oder auf dem Schreibtisch: Auch meinen Raspberry Pi (ein Minicomputer) hatte ich an die Wand geschraubt.

Auch die zwei Monitore, die ich gleichzeitig am PC betreibe (und raffiniert schwebend mittels Vesa-Halterungen an der Wand montierte), schalte ich zusätzlich galant mit den jeweiligen Kippschaltern aus. So verhindere ich einen geringen Standby-Strom und gehe auf Nummer Sicher. Mein Internetrouter hingegen soll weiterhin aktiv bleiben. Daher wollte ich keine Steckdose mit nur einem einzigen Schalter haben, bei der man lediglich alle Dosen gleichzeitig deaktivieren kann: Nein, jede soll einzeln – bzw. unabhängig von den anderen – schaltbar sein. Bewundern Sie auch auf diesem Foto die Kabelkanäle! Kaum eines der vielen unschönen Kabel trübt hier den Blick.

eine 3 fach Steckdose

Bei mir in der Wohnung gibt es auch noch eine weitere 3-fach-Steckdose. Auch sie kann man an die Wand schrauben, was ich freilich auch getan hatte. So kann man die Stecker auch prima heraus ziehen, ohne die Steckdosenleiste festhalten zu müssen. Allein: Sie ist nicht schaltbar. Doch hierfür gibt es diese praktischen Adapter, die einfach zwischen Stecker und Buchse gesteckt werden können. So schalte ich beispielsweise alle drei Komponenten meiner Stereoanlage gleichzeitig aus (Dreifach-Adapter links) oder trenne meinen Drucker vom Stromnetz, wenn er nicht gebraucht wird. Dieser ist nämlich noch ein älteres Modell und zieht ansonsten tatsächlich ca. vier Watt Standby-Strom! Das Kästlein links gehört übrigens nicht zur Dreifachsteckdose. Damit schalte ich mehrere Audioquellen (Laptop, PC, DVD-Player, …) an die Musikanlage durch. Auch hier befinden sich alle Kabel sauber innerhalb von Kabelkanälen verlegt. So muss es sein!
Bei dem obigen Foto sehen Sie auch noch eine Besonderheit, auf die etwas weiter unten noch genauer eingegangen wird: Die einzelnen Steckplätze der Dreifachsteckdose sind nicht diagonal gedreht sondern waagerecht, also im 90°-Winkel angeordnet. Nur so kann ich die Schaltadapter nebst Steckernetzteil einstecken. Auf so etwas sollte man beim Kauf achten.

Hama Steckdosenleiste (einzeln schaltbar, mit Überspannungsschutz, Mehrfachsteckdose 6-fach, Wandmontage, 90° gedreht, XL extra großer Buchsenabstand, Kindersicherung, 1,4m Kabellänge) schwarz
Hama Steckdosenleiste (einzeln schaltbar, mit Überspannungsschutz, Mehrfachsteckdose 6-fach, Wandmontage, 90° gedreht, XL extra großer Buchsenabstand, Kindersicherung, 1,4m Kabellänge) schwarz
von Hama
  • Steckerleiste mit sechs Schutzkontaktsteckdosen: jede Steckdose einzeln schaltbar, zusätzlicher beleuchteter Hauptschalter zum Schalten der kompletten Leiste
  • Steckdoseneinsätze um 90° gedreht: ideal für Winkelstecker, große Schutzkontaktstecker oder Netzteile (kein Steckplatz wird verdeckt), extra großer Abstand zwischen den einzelnen Steckdosen
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Mit USB-Anschluss oder besser ohne?

Die Mehrfachsteckdose, die ich verwende, gibt es auch noch mit zusätzlichem USB-Anschluss (bzw. mit mehreren dieser Buchsen). Der Aufpreis ist hier eher gering, so dass ich zunächst überlegte, zu solch einem Modell zu greifen. So kann man auch prima das Handy direkt laden ohne einen extra Netzadapter zu nutzen. Ich entschied mich aber gegen eine solche Verteilerleiste mit integrierten USB-Buchsen. Warum? Weil hier ja der Netzadapter (ein Trafo) bereits integriert ist. Das ist nicht schlimm und ja der eigentliche Clou. Was mich hierbei aber stört, ist, dass man ihn offenbar nicht einzeln (aus-) schalten kann! Dieses Netzteil hängt dann permanent am 230V-Stromnetz. Das ist dann das Gleiche, als würde man sein Handy-Ladegerät nie aus der Steckdose ziehen. Dies verursacht dann natürlich einen (geringen) Standbystrom. Nachdenklicher werde ich hier jedoch in puncto Sicherheit. Gewiss: Es gibt auch teurere Steckdosenleisten – etwa vom Marktführer Brennenstuhl. Doch mein Hama-Stromverteiler ist eben ein typisches „China-Produkt“ und hier gehe ich besser auf Nummer Sicher.

eine versenkbare Steckdosenleisteeine steckdose mit USB-Anschluss

Hier im Bild eine versenkbare Steckdose für einen Küchentisch. Sehr praktisch. Auch sie hat einen zusätzlichen USB-Anschluss, um das Handy bzw. Tablet aufladen zu können.

Auf diesem Blog hatte der Autor einmal mit einem Strommessgerät nachgemessen, wie viel Energie dieses integrierte Netzgerät eigentlich den lieben langen Tag frisst, wenn überhaupt kein USB-Gerät angesteckt ist. In diesem Fall wurde eine Wandsteckdose mit zusätzlichem USB-Anschluss getestet. Doch das Prinzip ist hier das Gleiche. Gewiss: Es ist nur eine geringe Menge Strom, die dabei verbraucht wird. Doch es ist eben ein kontinuierlicher Standby-Strom, welcher hier permanent über das gesamte Jahr verbraucht wird. Bei der Mehrfachsteckdose kann man diesen durch Ausschalten mittels Hauptschalter deaktivieren. Doch dies würde wiederum das Prinzip der Einzelschalter zunichte machen, denn einige anderen Geräte (z. B. der Router) sollen bei mir ja weiterhin aktiviert bleiben. So verzichte ich bewusst auf diese integrierten USB-Ports und hänge lieber das Handy-Ladegerät an eine der (schaltbaren!) Steckdosen.

Horizontale Positionierung der Steckdosen

Ein wichtiger Punkt soll nicht verschwiegen werden: Wie Sie auf den Bildern sehen, sind die einzelnen Dosen hier nicht im ansonsten typischen 45° Winkel (diagonal) gedreht. Stattdessen sind sie schön horizontal bzw. waagerecht angeordnet.

Bei waagerecht positionierten Steckdosen passt in jede einzelne immer auch ein großer Stecker mit abgewinkelten Kabel und: Es passt hier an jede Position auch ein Steckernetzteil ohne die benachbarte Steckdose zu blockieren.

Die Abstände bei dieser Hama-Steckerleiste sind sehr großzügig gehalten. Tatsächlich kann man hier acht größere Steckernetzgeräte nebeneinander zusammen betreiben. Dies geht bei den herkömmlichen Steckdosenleisten mit ihren leicht verdrehten Buchsen natürlich nicht.

Warum werden dann nicht alle Mehrfachsteckdosen so gebaut, dass die einzelnen Steckplätze immer waagerecht nebeneinander angeordnet sind? Weil der Produktionsaufwand bei solchen Geräten viel höher ist. Bei den um 45° gedrehten Steckdosenleisten können alle einzelnen Buchsen im Innern einfach mit nur zwei Kupferschienen verbunden werden. Dies ist produktionstechnisch sehr leicht (maschinell) realisierbar. Bei einer Verteilerleiste mit horizontaler Positionierung der Buchsen muss intern jedoch aufwendiger verdrahtet werden. Daher kosten diese Steckerleisten auch immer etwas mehr Geld als die herkömmlichen. Ich würde keine mehr kaufen, wo die Stecker diagonal angeordnet sind, da hierbei schlecht die Steckernetzgeräte positionierbar sind.

Integrierter Überspannungsschutz

Zusätzlich verfügen bessere Mehrfachsteckdosen wie diese einen integrierten Überspannungsschutz. Was soll das sein? Auf Einfach gesagt: Schlägt in der Nähe ein Blitz ein, kann es passieren, dass plötzlich für einen ganz kurzen Moment die Spannung im Stromkreis der Wohnung enorm ansteigt. Dies könnte dann alle angeschlossenen Geräte beschädigen. Der Überspannungsschutz ist also eine integrierte Sicherung, die gegen solch ein Unheil schützen soll.

Hat der Blitz in eine dieser Leitungen eingeschlagen, entsteht eine Überspannung im Kabel, die dann alle angeschlossenen Geräte schädigen können.

Mehr zu diesem Thema können Sie hier nachlesen.

Ob diese Technik hilft, die angeschlossenen Geräte zu schützen? Ob dieser Ernstfall überhaupt einmal eintreten könnte? Ich weiß es nicht. Ich habe von derlei Vorkommnissen jedenfalls noch nie im Bekanntenkreis gehört.

ein Überspannungsschutz an der Steckdosenleiste

Die linke, grüne Lampe zeigt an: Der Überspannungsschutz ist aktiv. Alles sei im grünen Bereich. Schlägt irgendwo in der Nähe ein Blitz ein und überträgt sich dessen enorme Spannung auf das Stromnetz, müsste der Schutzschalter reagieren und die Steckdosenleiste (bzw. die angeschlossenen Geräte) sofort vom Netz trennen. Hier rede ich gerne im Konjunktiv. So etwas habe ich noch nie erlebt. Aber zumindest ist es gut, solch eine Schutzschaltung aktiv zu wissen.

Weitere Funktionen einer Mehrfachsteckdose

Es gibt zudem noch einige andere Features, die manche Modelle von Mehrfachsteckdosen besitzen. Diese nun hier gelisteten Funktionen besitzt die meinige nicht. Ich benötige so etwas nicht. Es ist dennoch interessant zu sehen, wie sich die normale Verteilerdose heute zu einem recht komplexen elektronischen Zubehör entwickelt hat:

Wie eingangs erwähnt: Die meisten dieser speziellen Funktionen benötige ich bei mir nicht. Und: Sowohl eine Steckdosenleiste mit Fernbedienung wie auch eine mit Master / Slave Funktion benötigt selbst Standbystrom! Das selbe gilt natürlich erst Recht für die Kandidaten mit Wifi-Modul (WLAN). Denn solche Geräte müssen ja ständig wachsam sein bzw. auf gewisse Befehle / Auslöser „warten“. Ich möchte jedoch wirklich alle Geräte sicher vom Stromnetz getrennt wissen können und bleibe hier bei meiner „manuellen“ Variante mit den vielen mechanischen Kippschaltern.

Sicherheit

Der Vollständigkeit halber soll es noch um den Punkt Sicherheit bei der Verwendung solcher Verteilerdosen gehen, wie ich sie hier vorstelle. Zunächst: Im Grunde muss man gar nichts beachten, wenn man eine einzige benutzt und daran „normale“ Stromverbraucher anschließt. Ich würde hier jedoch keine Waschmaschine und keine Elektroheizung anschließen – zumindest nicht an den ganz günstigen „China-Exporten“. Dies sind Geräte, die dafür gebaut worden sind, Hitze zu erzeugen. Und dies verbraucht eine Menge Strom, welcher sozusagen durch die Kabel und Steckverbinder gepresst werden muss. Ich verwende in der Küche eine günstige 3fach-Steckdose und habe dort tatsächlich den Toaster und den Wasserkocher angesteckt (beides stromintensive Haushaltsgeräte). Doch diese Technik nutze ich immer nur unter Beobachtung!

Sollte solch eine Mehrfachsteckdose warm werden („Handtest“), dann wäre ich hier alarmiert! Verbraucher, die eine hohe Stromstärke für sich beanspruchen sollten sicherheitshalber nicht mit solch einer Steckdosenleiste gespeist werden, wie ich sie hier vorstelle. Hier würde ich dann tatsächlich tiefer in die Tasche greifen und einen hochwertigeren Steckdosenverteiler von Brennenstuhl oder dergleichen kaufen. Diese sollte dann auch keine der kleinen Kippschalter besitzen, am besten gar keinen Schalter. Warum? Weil solche Schalter Flaschenhälse sind, durch die sich der elektrische Strom „durchzwängen“ muss. Die sichersten Mehrfachsteckdosen kommen tatsächlich ohne Schalter aus. Aus diesem Grund haben übrigens manche Elektrogeräte, die viel Strom verbrauchen, selbst keinen Schalter: Einen „Sandwichmaker“ kann man oftmals nur deaktivieren, indem man den Stecker zieht. Genau so verhält es sich bei einigen „Mini-Backöfen“ und Elektrogrills.
Die wichtigsten Sicherheitshinweise beim Gebrauch von Steckdosenleisten sind:

Detailliertere Hinweise in puncto Brandrisiko bei Steckdosenleisten können Sie auf der Internetseite der Feuerwehr Schwaigern nachlesen.

Den Stecker richtig herum einstecken

Folgendes Problem gibt es bei schaltbaren Steckdosenleisten: Der (oder die) Kippschalter trennen zwar den Stromkreis. Bei vielen Modellen wird hierbei jedoch nur eine einzige Leitung getrennt*. Dies nennt man auch „einpolig Schalten“. Die Stromleitung besteht jedoch aus zwei Kabeln: Dem stromführenden (diesen nennt man auch „Phase“) und dem stromableitenden (diesen nennt man auch „Nullleiter“). Ist der Stecker der Mehrfachsteckdose falsch herum eingesteckt, wird bei einfacheren Modellen bei der Schalterstellung „Aus“ lediglich der Nullleiter getrennt. Es liegt hierbei weiterhin noch Strom an! Die angeschlossenen Geräte sind dennoch aus (da der Nullleiter deaktiviert ist und somit kein Strom fließen kann). Über diesen interessanten Hintergrund gibt es ein schönes Video vom Computer:Club²: Folge 182: „Achtung Stromschlag!“.

* Im Amazon „Kundenfragenbereich“ ist für mein Modell (Amazon) nachzulesen, dass der Hauptschalter „zweipolig“ schaltet (beide Adern) und die einzelnen, kleineren Tasten „einpolig“ schalten (nur eine Leitung).

Ich gehe daher wieder auf Nummer Sicher und stecke den Schukostecker („Schutzkontaktstecker“) der Verteilersteckdose immer richtig herum in die Wandsteckdose ein. Dann steht nichts mehr unter Spannung. Allein: Wie ermittele ich die korrekte Position?

ein Stromtester

Dies geht im einfachsten Fall mit solch einem Stromtester. Dieser Schraubenzieher besitzt zum einen eine integrierte Lampe und zum anderen hinten einen blanken Knopf, auf den man seinen Daumen drücken muss. Solch einen speziellen Schraubendreher nenn man auch „Phasenprüfer“. Denn er prüft, welche der beiden Leitungen nun diese Phase ist (er leuchtet) und welche der Nullleiter (er leuchtet nicht). Steckt man diesen Phasentester nun in eines der Löcher der Steckdose und hält den Daumen hinten auf das blanke Ende, leuchtet er, sofern man ihn in das „richtige“ Löchlein steckt. Dann hat man die Phase erwischt. Passen Sie hierbei auf, dass Sie dabei nicht den blanken vorderen Teil berühren. Sonst „erwischt“ die Phase Sie.

Dies sollte man dann auch mit der Steckdosenleiste tun – und zwar im ausgeschalteten Zustand. Bei meiner leuchtete der Phasenprüfer dann tatsächlich! Also war deren Stecker nicht richtig herum eingesteckt. Ich drehte ihn also um und siehe da: Bei deaktiviertem Schalter leuchtete der Stromtester nicht mehr (sondern erst, wenn ich die Leiste wieder einschaltete). Allein: Heute besitzen wohl alle Steckdosen Kindersicherungen. Diese sind genau dafür da, dass man da nicht einfach irgendwelche spitzen Gegenstände einstecken kann. Man kann solch eine Kindersicherung deaktivieren, indem man gleichzeitig während des Einführens des Phasentesters in das gegenüberliegende Loch ein Holzstäbchen (bloß keines aus Metall!) einführt. Hierfür gibt es kein Bild und ich rate an dieser Stelle sicherheitshalber auch von derlei Experimenten ab. Es besteht Stromschlaggefahr!

Hochwertige Mehrfachsteckdosen von z. B. Brennenstuhl werden sicherlich beide Stromleitungen deaktivieren (dies nennt man auch „zweipolig Schalten“). Doch auch bei den günstigeren / einfacheren Modellen wird es für die angeschlossenen Geräte keinen Unterschied ergeben, ob nun der Nullleiter oder die Phase getrennt ist: Sie sind dann immer aus. Ich bin da jedoch etwas übertrieben korrekt.


Die Franzosen haben übrigens spezielle Steckdosen: Bei ihnen kann man den Schukostecker immer nur in einer ganz bestimmten Position einstöpseln (sie sind nicht verdreht einsteckbar). Man kann hier also zunächst davon ausgehen, dass die besagte Phase beim Schalten immer getrennt wird. Warum gibt es so etwas nicht in Deutschland? Weil man eben nicht davon ausgehen kann, dass sich jeder Elektroinstallateur an dieses Prinzip gehalten hat. Die Kabel könnten innerhalb der Haussteckdose verdreht sein und somit falsche Sicherheit vortäuschen.

Artikeldatum: 29.11.2018 / letzte Änderung: 4. November 2019

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2 Anmerkungen

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Der Autor (Thomas) ist durchaus auch ein Freund des Du und freut sich über Kommentare.

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