Minimalismus & Frugalismus leben in der kleinen Wohnung

Was verbraucht mehr Energie: Herd oder Wasserkocher?

Als Teetrinker ist es klar: Hier nutze ich den Wasserkocher zum Erhitzen des Wassers. Als Spaghettifreund überlegte ich, ob es nicht sinnvoll wäre, auch das Nudelwasser vorzukochen. Hier lesen Sie, was mehr Strom verbraucht – Herd oder Wasserkocher?

Werbung

Gleich vorweg geschickt: Wenn Sie Wasser zum Kochen bringen- und dabei Strom sparen wollen, seien Sie hierbei kein Romantiker: Am effizientesten geht das Aufkochen elektrisch mit einem Wasserkocher und nicht mit dem Topf auf der Herdplatte. Der Wasserkocher verbraucht für die selbe Menge Wasser viel weniger Strom und ist zudem viel schneller.

ein Deatilausschnitt eines Herdes

Wasser kocht man idealerweise im Wasserkocher anstatt auf dem Herd: Es geht schneller und verbraucht weniger Energie – wie viel, lesen Sie hier.

ein Energiekostenmessgerät

Mit solch einem Energiekostenmessgerät habe ich meine Werte ermittelt.

So sah mein Vergleich aus: Ich kochte einen Liter kaltes Wasser aus dem Wasserhahn. Einmal kochte ich dieses auf dem Herd bei voller Leistung im Topf mit Deckel. Der Deckel ist hier wichtig, denn damit geht es viel schneller. Als nächstes brachte ich die selbe Menge gleich kaltes Wasser im Wasserkocher zum kochen. Davor schloss ich je mein Strommessgerät an:

Gegenüber dem Herd spart ein Wasserkocher also Energie von ca. 60 %! Wenn Sie keinen Deckel auf dem Topf nutzen, geht noch viel mehr Energie verloren. Wie es hier bei Gas aussieht, kann ich leider nicht sagen.

Herdplatte: Volle oder halbe Leistung?

Ich bleibe als letztes noch am Herd in meiner kleinen Küche stehen. Man sagt ja, dass ein Automobil auf der Autobahn für eine gewisse Strecke mehr Benzin verbraucht, wenn es diese schneller abfährt. Gilt dies auch für den Herd, wenn jener auf einer höheren Stufe Wasser zum Aufkochen bringt als auf der mittleren? Schneller geht dies zumindest, das ist klar.

Da ich ja ein Energiemessgerät habe, konnte ich leicht nachmessen:

Strom sparen am Herd

Für mein Frühstücksei bringe ich das Wasser zunächst auf höchster Stufe zum Kochen und stelle die Herdplatte dann deutlich herunter. So spare ich den meisten Strom. Lesen Sie auch meine Tipps zum Eierkochen!

Bei Stufe 3 leistet der Herd ja viel weniger elektrische Arbeit. Aber er leistet diese eben viel länger! Letztendlich ist es für den Stromzähler also nach meiner Messung egal, ob man auf höchster oder auf mittlerer Stufe kocht: Der Stromverbrauch in kWh ist fast gleich. Ich bringe das Wasser für meine Frühstückseier morgens jedenfalls bei höchster Stufe zum kochen (und stelle dann runter). Das geht schneller und verbraucht fast genau so viel Energie wie beim (langen) Kochen bei mittlerer Stufe. Einem Ei jedoch ist es freilich einerlei, bei welcher zugeführter Energiemenge das Wasser kocht.

Werbung

Artikeldatum: 15.05.2019 / letzte Änderung: 19. September 2020

Weitere interessante Artikel auf Kompaktwohnung.de


Mia | am 11. April 2021

Ich koche Reis- oder Nudelwasser auch erst im Wasserkocher. Erwärme in der Zwischenzeit schon mal etwas Wasser im Topf auf der Herdplatte, mit Reis oder Nudeln drin. Kocht das Wasser, gieße ich es auf und sorge per Gabel dafür, dass die Nudeln nicht bappen. Klappt prima. Und Spaghetti brauchen nur noch 5 Minuten auf dem Herd.

Thomas (Admin)
Das mache ich auch so. Nur dass ich mir bisher nicht traute, die Nudeln / den Reis schon vorher in das „Startwasser“ im Topf zu geben. Das muss ich einmal ausprobieren. Danke für den Kommentar.

Peter | am 5. April 2021

Auf höherer Stufe werden die Verluste im Herd auch größer sein, aber anscheinend nicht viel.

Der Vergleich ist aber noch nicht ganz abgeschlossen: Wenn man das Wasser mit dem Wasserkocher zum kochen gebracht hat, muß man es noch in den Kochtopf auf dem Herd gießen und dann darin auch zum kochen bringen. Man kann die Nudeln ja schlecht im Wasserkocher kochen, bei dem man die Leistung nur per manueller PWM regulieren kann (einschalten, ausschalten, einschalten, ausschalten, …, so habe ich mal Dosensuppe warm gemacht, als kein Topf da war). Bei den meisten Töpfen muß man mehr Metall miterhitzen als beim Wasserkocher, daher braucht der natürlich weniger Energie, wenn man nur das Wasser erhitzt und dann aufhört.

Thomas (Admin)
Danke für die weiteren Hinweise!

Wolfgang | am 28. März 2021

„Bei Stufe 3 leistet der Herd ja viel weniger elektrische Arbeit. Aber er leistet diese eben viel länger!“. Der Herd verbraucht auf Stufe 3 weniger elektrische LEISTUNG. Die verbrauchte elektrische ENERGIE (=ZEIT x LEISTUNG) ist ohne Berücksichtigung der Verluste durch Wärmeleitung und Wärmestrahlung genau gleich. ARBEIT ist gar keine involviert, da die elektrische ENERGIE vollständig in WÀRMEENERGIE umgewandelt wird.
Bei ganz kleiner elektrischer Leistung, die in der Grössenordnung der Verluste liegt wird das Wasser nur mehr oder weniger erwärmt und kommt nie zum kochen. Das heisst, der Wirkungsgrad in Bezug auf kochendes Wasser ist in diesem Bereich NULL. Der beste Wirkungsgrad ist bei einem instantanen Leistungspuls gegeben der das Wasser sofort zum kochen bringt. Dann haben die Verluste keine Zeit, Energie zu verschwenden.


Haben Sie / hast Du Fragen, Anmerkungen, Kritik zu diesem Beitrag?

Kommentar

(Kommentare werden manuell freigeschaltet bzw. erscheinen nicht sofort, um Spam vorzubeugen.)

Der Autor dieser Seiten ist Thomas.
Mit dem Absenden dieses Formulars akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung dieser Internetseite.